Für unsere Gefühle können wir nichts - verantwortlich sind wir nur für die Macht, die wir ihnen einräumen.
Eugenie Marlitt, (1825 - 1887)
// Anlass zu diesem Thema war ein Thread im PokerStrategy-Forum.
// Der obige Aphorismus stammt von www.aphorismen.de
Warum spielt man? Ein Spiel hat meist keinen Nutzen ausser dem, dass es einem Spaß bereitet. Es ist ein Zeitvertreib, eine Beschäftigung für die eigenen Gedanken. Oder? Das grundlegenste aller Ziele in einem Spiel ist der Sieg, das Gewinnen, besser sein als alle anderen. Es ist allerdings nicht immer eindeutig, wer nun der Sieger ist, folglich benötigt man klare Richtlinien, um einen Sieger zu ermitteln. Reicht das aus? Nein, denn wenn nun der Sieger sich als solcher brüstet, so gibt es andere die kommen und sagen "Ja, ich wäre ja besser, wenn ich nur hätte mitspielen dürfen" - Der Wettkampf ist geboren.
Bereits die Griechen der Antike veranstalteten Wettkämpfe, trafen sich alle vier Jahre um Sieger zu ermitteln. In dieser Zeit war im ganzen Land Waffenstillstand, die sogenannte heilige Waffenruhe. Und die Griechen erkannten auch, dass dem Sieger der Ruhm des Sieges allein nicht genügen würde - wer würde ihm den Sieg glauben, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat? Also bekam der Sieger einen Preis, ein unverwechselbares Merkmal dafür, dass man in einem sportlichen Wettkampf als Sieger hervorgegangen war. Früher waren es Palmzweige, heute sind es Goldmedallien und viele andere Dinge, die ein Sieger nach Hause bringt. Das Prinzip ist seit dem immer gleich geblieben.
Warum spielt man? Es ist nicht immer nur der Spaß, der uns antreibt und uns zu Höchstleistungen anspornt. Es ist der Preis. Der Wettkampf. So ist es auch im Poker. Es kann ein netter Zeitvertreib sein, mit Spielgeld im Kreise seiner Freunde und Verwandten zu spielen, es kann harter Wettkampf sein am Final Table des WSOP Main Events zu sitzen (und das ist es mit Sicherheit). Um in einem Wettkampf zu bestehen lohnt sich Training, um seine eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Poker ist ein Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten, sehr mathematisch. Call, Raise, Fold, wer vor dieser Entscheidung steht kann alles gebrauchen, nur eines nicht: Emotionen. Wer sich übermäßig ärgert oder freut ist in Gefahr zu "tilten" und es gibt für einen Pokerspieler nichts schlimmeres als einen Tilt. Tilt heisst keine Kontrolle über sich und seine Aktionen haben, was unter Umständen viel Geld kostet.
Tod der Emotion? Im Forum klagte ein User, dass er seine Gefühle während des Pokerns fast gänzlich abstellen kann, was in seinem Spiel enorme Vorteile mit sich bringt - er trifft die besseren Entscheidungen. Allerdings kann er sich dadurch nicht mehr richtig übe seine Gewinne freuen was zur Folge hat dass er den Spaß an der ganzen Sache verliert. Ein Dilemma: Er spielt das Spiel weil er Spaß daran hat, doch mit Emotionen verliert er das Spiel und langfristig den Spaß. Ohne Emotionen gewinnt er das Spiel aber verliert langfristig ebenfalls den Spaß. Ein Lösung gibt es sicherlich, aber darauf werde ich an dieser Stelle nicht näher eingehen, mal ganz abgesehen davon, dass diese Lösung für jeden anders ausfallen wird, da es eine subjektive Lösung ist.
Gruß
Acefolder aka nietzsche84
